Governance & Succession

Single Family Office vs. Multi-Family Office: Die strukturelle Grundsatzentscheidung

Ein Praxisleitfaden für die Wahl der richtigen Struktur.

Editorial Team9 Min. Lesezeit

Kernaussagen

  • Ein Single Family Office erfordert in der Regel ein investierbares Vermögen von mindestens 150 bis 250 Millionen CHF/EUR, um die jährlichen Gesamtbetriebskosten zu rechtfertigen, die üblicherweise zwischen 50 und 100 Basispunkten des verwalteten Vermögens liegen.
  • Multi-Family Offices bieten Zugang zu institutionell qualifizierten Fachkräften und Dealflow zu einem Bruchteil der Fixkostenbasis – allerdings ist die Governance-Kontrolle im Vergleich zu einem dedizierten SFO erheblich eingeschränkt.
  • Das Vertraulichkeitsrisiko in einem MFO ist struktureller, nicht zufälliger Natur: Gemeinsam genutzte Infrastruktur, Mitarbeitende und Reportingsysteme erzeugen eine informatorische Nähe, die rein vertragliche Schutzklauseln nicht vollständig eliminieren können.
  • Die optimale Struktur ist selten statisch. Familien mit einem Vermögen von 100 bis 150 Millionen CHF/EUR beginnen häufig mit einem MFO-Mandat und wechseln zu einem SFO, sobald Vermögenskomplexität, Familiengrösse oder Governance-Anforderungen den Mehraufwand rechtfertigen.
  • Die regulatorische Exposition unterscheidet sich je nach Struktur erheblich: Ein SFO in der Schweiz kann unter die FINMA-Regelungen für familieninterne Strukturen fallen und ist möglicherweise von der AIFMD-Bewilligungspflicht befreit, während ein MFO, das Drittkapital verwaltet, in der EU nahezu zwingend eine vollständige AIFMD- oder MiFID-II-Zulassung benötigt.
  • Die Bindung qualifizierter Mitarbeitender ist der mit Abstand häufigste operative Schwachpunkt im SFO: Chief Investment Officers in Single Family Offices verdienen im Median 20 bis 35 Prozent weniger als in vergleichbaren Positionen bei institutionellen Vermögensverwaltern – ein strukturelles Fluktuationsrisiko, das sich nur schwer eliminieren lässt.
  • Eine hybride Struktur – ein MFO für die Anlageexekution, ein eigenes Vehikel für Governance, Recht und Familienbildung – löst viele der Zielkonflikte zwischen Kosten und Kontrolle für Familien im Bereich von 200 bis 500 Millionen CHF/EUR.

Die Tragweite der strukturellen Entscheidung

Die Wahl zwischen einem Single Family Office (SFO) und einem Multi-Family Office (MFO) wird häufig als Kostenfrage behandelt. Das ist sie nicht. Die Kosten sind lediglich eine Variable in einer Entscheidungsmatrix, die auch Governance-Architektur, Informationssicherheit, Talentökonomie und die Bereitschaft der Familie zur operativen Komplexität umfasst. Eine falsch gewählte Struktur hat in beide Richtungen einen messbaren Preis: Ein zu früh eingerichtetes SFO verliert Kapital durch strukturelle Ineffizienzen, während ein nicht passender MFO-Rahmen Kontrolle und Vertraulichkeit auf eine Weise erodiert, die sich mit der Zeit kumuliert und verstärkt.

Weltweit wird die Anzahl der Single Family Offices auf 7'000 bis 10'000 geschätzt, mit einem kollektiv verwalteten Vermögen von über sechs Billionen US-Dollar – so die Daten des Campden Wealth Global Family Office Report 2023. Der MFO-Markt ist deutlich heterogener: Er umfasst dedizierte Multi-Family-Plattformen, Privatbanken mit einem MFO-ähnlichen Servicemodell sowie unabhängige Vermögensverwalter, die sich gezielt um Family-Office-Mandate bemühen. Diese strukturelle Vielfalt des MFO-Universums ist selbst ein Risikofaktor, den Familien regelmässig unterschätzen.

Kostenarchitektur: Fix versus variabel

Ein SFO ist im Kern ein Fixkostenmodell. Personalaufwand, Kosten für die Rechtsträgerstruktur, Compliance-Infrastruktur, Büroräumlichkeiten und Technologie fallen unabhängig von der Portfolioperformance an. Branchen-Benchmarks beziffern die Gesamtbetriebskosten eines SFO auf 50 bis 100 Basispunkte des verwalteten Vermögens pro Jahr für Strukturen mit 250 bis 500 Millionen CHF/EUR. Unterhalb von 150 Millionen CHF/EUR steigt diese Kostenquote häufig auf über 150 Basispunkte – womit der Betrieb des Family Office selbst zur grössten Einzelbelastung des Portfolios wird. Zum Vergleich: Eine gut strukturierte passive Aktienallokation kostet 3 bis 10 Basispunkte; der SFO-Overhead muss sich daher durch netto generiertes Alpha, steuerliche Effizienz oder Komplexitätsmanagement rechtfertigen, das ein MFO oder eine Privatbank nicht in gleichem Masse leisten könnte.

Die Preisstruktur eines MFO ist grundlegend anders: Die Vergütung setzt sich typischerweise aus einem Retainer, einer vermögensbasierten und einer erfolgsabhängigen Komponente zusammen. Ein renommiertes unabhängiges MFO in der Schweiz verlangt üblicherweise 40 bis 80 Basispunkte auf das verwaltete Vermögen, mit jährlichen Mindestretainern zwischen CHF 150'000 und CHF 500'000, je nach Leistungsumfang. Das variable Kostenmodell des MFO schafft bei kleineren Vermögen eine echte wirtschaftliche Effizienz. Allerdings ist die Kostenentwicklung bei wachsendem Vermögen weniger günstig als der flache Kostenverlauf eines eigenen SFO. Ab einem Vermögen von 500 Millionen CHF/EUR oder mehr produziert die Fixkostenstruktur des SFO typischerweise eine niedrigere Gesamtkostenquote als die laufenden MFO-Gebühren.

Die Gewinnschwelle des SFO ist keine feste Zahl – sie ist eine Funktion der Komplexität, nicht allein des Kapitals. Eine Familie mit 150 Millionen CHF/EUR, drei operativen Beteiligungen, grenzüberschreitender Philanthropie und komplexer Nachlassplanung für die zweite Generation benötigt möglicherweise früher ein SFO als eine Einzelpersonen-Familie mit 300 Millionen CHF/EUR in liquiden Anlagen.

Governance-Kontrolle und Entscheidungshoheit

In der Governance-Frage hält das SFO einen strukturellen Vorteil, den keine Gebührenverhandlung replizieren kann. In einem SFO sind Investment Policy Statement, Asset-Allocation-Rahmen, Risikolimiten und Ausschüttungsrichtlinien vollständig proprietär. Das Familienoberhaupt oder ein von der Familie eingesetzter Anlageausschuss legt diese Parameter fest und passt sie an – ohne Rücksicht auf andere Kunden, kommerzielle Interessen einer Mutterinstitution oder regulatorische Verpflichtungen, die ein MFO gegenüber seiner Gesamtkundschaft hat.

In einem MFO ist Governance per Konstruktion geteilt. Der Anlageausschuss des MFO entwickelt Modellportfolios, die anschliessend – innerhalb definierter Grenzen – für einzelne Familien individualisiert werden. Diese Individualisierung ist real, aber begrenzt. Ein MFO, das 30 Familien betreut, kann wirtschaftlich keine 30 vollständig eigenständigen Anlagestrukturen unterhalten; das operative Modell erfordert ein Mass an Standardisierung, das die Handlungsfähigkeit der Familie bei idiosynkratischen Portfoliopositionen einschränkt. Für Familien mit konzentrierten Einzelaktienpositionen, proprietären Co-Investment-Pipelines oder erheblichen illiquiden Allokationen ist diese Einschränkung material.

Regulatorische Aspekte der Governance-Struktur

Die regulatorische Dimension der Governance wird regelmässig unterschätzt. Im Rahmen der EU-Richtlinie über die Verwalter alternativer Investmentfonds (AIFMD) sieht Artikel 2 Absatz 1 Buchstabe e eine spezifische Ausnahme für Family-Office-Vehikel vor, die ausschliesslich Vermögen einer einzigen Familie verwalten. Diese Ausnahme erlaubt es einem SFO, gebündelte Familieninvestmentstrukturen – einschliesslich Kommanditgesellschaften und ähnlicher fondähnlicher Vehikel – ohne vollständige AIFMD-Zulassung zu verwalten. Ein MFO, das Kapital mehrerer nicht verwandter Familien verwaltet, qualifiziert sich nicht für diese Ausnahme und benötigt in jeder relevanten Jurisdiktion die entsprechende Zulassung – was zu erhöhtem Compliance-Aufwand und regulatorischer Aufsicht führt, die die operative Flexibilität einschränkt. In der Schweiz sind die einschlägigen Vorgaben durch das Finanzinstitutsgesetz (FINIG) und die Aufsicht durch die FINMA geprägt; auch hier gilt, dass eine SFO-Struktur mit ausschliesslich familiärem Bezug typischerweise geringere Bewilligungsanforderungen auslöst als ein MFO, das Drittgelder bewirtschaftet. Ähnlich verhält es sich unter MiFID II: Ein SFO, das die Kriterien der Family-Office-Ausnahme erfüllt, vermeidet die Wohlverhaltensregeln, Best-Execution-Pflichten und Berichterstattungsanforderungen, denen ein MFO unterliegt – Verpflichtungen, die Anlageentscheide prägen und bisweilen einschränken.

Talent: Die strukturelle Schwachstelle des SFO

Die Talentfrage ist der operativ bedeutsamste Nachteil des SFO-Modells. Ein Single Family Office konkurriert um Anlagespezialisten mit Vermögensverwaltungsgesellschaften, Hedge Funds, Private-Equity-Häusern und MFOs – Institutionen, die allesamt breitere Karrierewege, grössere Teams und reichhaltigere Vergütungsstrukturen bieten. Gemäss dem Compensation Report 2023 der Agreus Group erzielt ein Chief Investment Officer in einem SFO mit einem verwalteten Vermögen von 500 Millionen USD eine mediane Gesamtvergütung von rund 650'000 bis 850'000 USD. Die vergleichbare Position bei einem mittelgrossen Vermögensverwalter übersteigt häufig 1,2 Millionen USD in der Gesamtvergütung, sobald Carried Interest und langfristige Anreizpläne eingerechnet werden.

Dieser Vergütungsunterschied erzeugt messbare Fluktuation. Family Offices mit einem Vermögen unter einer Milliarde USD verzeichnen eine durchschnittliche CIO-Amtszeit von 4,2 Jahren – deutlich unterhalb des Zeithorizonts von 7 bis 10 Jahren, über den sich das Urteilsvermögen und das institutionelle Wissen eines Chief Investment Officers erfahrungsgemäss in nachhaltiger Performance niederschlagen. Das MFO löst dieses Problem strukturell: Eine kapitalkräftige Multi-Family-Plattform kann erfahrene Anlagespezialisten über Anlageklassen hinweg gewinnen und halten, weil sie institutionelle Grösse, kollegialen Austausch und eine Karriereperspektive bietet, die ein einzelnes Family Office selten vorweisen kann.

Dealflow und Co-Investment-Zugang

Beim Dealflow verhält es sich entgegengesetzt zum Talentargument. Ein prominentes SFO – insbesondere eines, das mit einer Familie verbunden ist, deren operatives Geschäftsnetzwerk weit verzweigt ist – erhält häufig direkte Co-Investment-Opportunitäten, Immobilientransaktionen und Private-Credit-Deals, die nie den institutionellen Markt erreichen. Die Family Offices der Familien Rockefeller, Pritzker und Walton sind illustrative Archetypen: Ihre SFO-Strukturen ermöglichen eine proprietäre Dealorigination, die ein MFO-Verhältnis nicht replizieren könnte. Für Familien, deren Vermögen aus einem branchenspezifischen Unternehmen stammt, kann das SFO eine echte Dealquelle sein – nicht bloss ein Portfolioverwalter.

MFOs bieten Dealflow demgegenüber durch Aggregation. Ein grosses MFO mit einem aggregierten Kundenvermögen von fünf bis fünfzehn Milliarden USD kann Co-Investment-Allokationen bei Private-Equity- und Private-Credit-Managern aushandeln, die kleineren SFOs allein nicht zugänglich wären. Der Preis dafür: Dieser Dealflow wird über die gesamte Kundenbasis geteilt, die Allokation liegt im Ermessen des MFO, und die Familie hat begrenzte Einsicht in die Entscheidungsprozesse. Familien mit ausgeprägter Präferenz für direkte, proprietäre Investitionstätigkeit werden das MFO-Modell als strukturell einschränkend empfinden.

Vertraulichkeit: Ein strukturelles Risiko, kein vertragliches

Vertraulichkeit ist jene Dimension, bei der Wunschdenken am häufigsten anzutreffen ist. Familien, die eine MFO-Beziehung in Betracht ziehen, konzentrieren sich oft auf den Geheimhaltungsvertrag und die erklärten Vertraulichkeitsrichtlinien des MFO. Diese Schutzinstrumente sind real, aber nicht hinreichend. Das Kernrisiko in einem MFO ist struktureller Natur: Mitarbeitende wechseln zwischen Kundenbetreuungsteams; gemeinsam genutzte Reporting-Infrastruktur schafft datenmässige Nähe; und die eigenen Geschäftsentwicklungsaktivitäten des MFO – Pitchbooks, Track Records, illustrative Mandate – erzeugen indirekte Kanäle, über die Informationen zu Kundenpositionen, familiären Dynamiken oder Bilanzstrukturen diffundieren können.

Für ultra-vermögende Familien mit erheblichem öffentlichem Profil, aktiver Litigation-Exponierung oder grenzüberschreitenden politischen Sensibilitäten ist der Informationssicherheitsaspekt des SFO ein eigenständiges Argument – unabhängig von der Kostenfrage. Ein SFO beschäftigt Mitarbeitende ausschliesslich für eine Familie, arbeitet auf proprietärer Infrastruktur und hat keinen kommerziellen Anreiz, Kundeninformationen zu aggregieren oder zu publizieren. Im Rahmen des Common Reporting Standard (CRS) und von FATCA unterliegen sowohl SFOs als auch MFOs gleichwertigen automatischen Informationsaustauschpflichten gegenüber den Steuerbehörden der Teilnehmerstaaten – der Vorteil des SFO besteht jedoch darin, dass der Informationsaustausch die Struktur einer einzigen Familie betrifft und nicht in einem Mehrkundenreporting-Umfeld stattfindet.

Ein Entscheidungsrahmen: Vermögensgrösse, Komplexität und Präferenz

Drei Variablen lassen zuverlässige Rückschlüsse auf die geeignete Struktur zu: Vermögensgrösse, strukturelle Komplexität und die Governance-Präferenz der Familie. Sie interagieren miteinander, und keine wirkt isoliert.

Vermögensschwellen

Unterhalb von 100 Millionen CHF/EUR an investierbarem Vermögen ist das SFO wirtschaftlich kaum zu rechtfertigen. Die Fixkostenbasis beansprucht einen zu grossen Anteil der erwarteten Renditen, und der auf dieser Ebene erreichbare Talentpool ist unzureichend, um den Nettomehrwert zu generieren, der einen eigenständigen Betrieb begründet. Zwischen 100 und 250 Millionen CHF/EUR hängt die Entscheidung von der Komplexität ab: Familien mit einfachen liquiden Portfolios und begrenztem grenzüberschreitendem Fussabdruck sind mit einem sorgfältig ausgewählten MFO besser bedient; Familien mit operativen Beteiligungen, erheblichen illiquiden Positionen oder multigenerationalen Nachlassstrukturen sollten das SFO sorgfältig modellieren. Oberhalb von 500 Millionen CHF/EUR ist die wirtschaftliche Argumentation zugunsten des SFO kaum noch zu entkräften – und Governance- sowie Vertraulichkeitsargumente schliessen den Fall in der Regel.

Strukturelle Komplexität

Strukturelle Komplexität ist ein stärkerer Prädiktor für die SFO-Eignung als die Vermögensgrösse allein. Eine Familie, die die BEPS-Pillar-Two-Implikationen für eine multinationale Holdingstruktur navigiert, eine Private Trust Company auf den Cayman Islands administriert, einen Donor-Advised Fund neben einer Familienstiftung führt und Investitionen über drei Generationen koordiniert, hat eine Komplexität, mit der das standardisierte Servicemodell eines MFO strukturell überfordert ist. Das SFO – mit einem General Counsel, einem CFO und einem Family-Governance-Berater besetzt – kann diese Funktionen kohärent integrieren. Das MFO ist, so leistungsfähig sein Anlageteam auch sein mag, nicht als operativer Unternehmensmanager einer Familie konzipiert.

Governance-Präferenz der Familie und die Hybridlösung

Die Governance-Präferenz ist jene Variable, die Familien in ihrer eigenen Analyse am häufigsten unterschätzen. Manche Familien schätzen operative Kontrolle als intrinsischen Wert: Sie wollen direkte Arbeitgeberverhältnisse mit ihren Beratern, direkten Zugang zu Gegenparteien und die Fähigkeit, Anlageentscheide ohne vermittelnde Schichten zu treffen. Für diese Familien erzeugt die MFO-Beziehung eine psychologische Fehlanpassung, die sich unabhängig von der Anlageperformance früher oder später als Unzufriedenheit manifestiert. Andere Familien – insbesondere solche in der ersten Generation erheblichen Vermögens – schätzen die institutionelle Verantwortlichkeit und professionelle Struktur eines etablierten MFO und empfinden die operative Bürde eines eigenen SFO als Ablenkung von ihren Kernaktivitäten.

Für Familien im Bereich von 200 bis 500 Millionen CHF/EUR, die sich genuinen Zielkonflikten gegenübersehen, verdient die hybride Struktur ernsthafte Überlegung. Bei diesem Modell gründet die Familie ein proprietäres Vehikel – häufig eine GmbH, eine einfache Holdinggesellschaft oder eine Familienstiftung –, das die Familienverfassung, Governance-Protokolle, rechtliche Strukturen und die Familienbildungsfunktion beherbergt. Anlagemanagement und Reporting werden diskretionär oder beratend an ein MFO ausgelagert. Dies trennt die Governance- und Identitätsfunktion des Family Office von der Anlagemanagementfunktion und ermöglicht es der Familie, institutionelles Gedächtnis und Governance-Infrastruktur aufzubauen, ohne die volle Fixkostenlast eines vollständig besetzten SFO zu tragen. Die Konstruktion ist reversibel: Mit wachsendem Vermögen und steigender Komplexität kann das proprietäre Vehikel schrittweise aufgestockt werden und letztlich in ein vollständig operatives SFO übergehen – ohne einen strukturellen Neuaufbau zu erfordern.

Die Family-Office-Struktur sollte der Governance-Philosophie der Familie folgen, nicht umgekehrt. Eine Familie, die ein SFO installiert, weil es Prestige signalisiert und nicht weil es ein echtes operatives Problem löst, wird die Kostenseite sehr rasch ernüchternd klärend erleben.

Übergangsplanung und strukturelle Weiterentwicklung

Die Entscheidung SFO versus MFO ist nicht dauerhaft, und sie als solche zu behandeln ist ein Planungsfehler. Die optimale Struktur bei 150 Millionen CHF/EUR ist nicht optimal bei 750 Millionen CHF/EUR, und die für eine Einzelpersonen-Familie geeignete Struktur wird unzulänglich, sobald eine zweite Generation mit divergierenden Interessen in das Bild tritt. Familien, die ihre Ausgangsstruktur mit expliziten Auslösern für einen Strukturwechsel versehen – definierten Vermögensschwellen, Familiengrössen-Meilensteinen oder Komplexitätsereignissen wie einem Unternehmensverkauf oder einer grenzüberschreitenden Wohnsitzverlagerung –, vermeiden die Trägheit, die dazu führt, dass Familien jahrelang in strukturell unpassenden Arrangements verbleiben, nachdem der wirtschaftliche oder Governance-Grund für eine Änderung längst evident war. Die strukturelle Entscheidung sollte daher in einem definierten Rhythmus überprüft werden – und nicht als eine einmalige Gründungsentscheidung behandelt werden, die auf unbestimmte Zeit fortbesteht.

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